Basteln, dekorieren, schmücken - die Welt des musisch kreativen Gestaltens: INITIATIVE hobbyKREATIVBasteln, dekorieren, schmücken - die Welt des musisch kreativen Gestaltens: INITIATIVE hobbyKREATIVAbstand
54. UHU Fachhandelslehrgang in Zusammenarbeit mit der INITIATIVE hobbyKREATIV
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Kreativitätsförderung - eine Forderung unserer Zeit
Prof. Dr. Anne-Marie Grundmeier, Pädagogische Hochschule Freiburg / Institut für Alltagskultur, Bewegung, Gesundheit, Abteilung Haushalt und Textil

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Weltkindertag am 20. September 2008

Der Ruf nach kreativen Lösungen ist heute angesichts großer gesellschaftlicher und ökonomischer Probleme lauter denn je. Die Kreativitätsforschung beschäftigt sich mit der Untersuchung kreativer Persönlichkeitsmerkmale, Prozesse und Produkte und mit den (institutionellen) Rahmenbedingungen. Ihren etymologischen Ursprung hat die Kreativität in den lateinischen Wörtern "creare", gleichbedeutend mit "schöpfen", "erfinden", "erzeugen", und "crescere" (lat. "wachsen"). Es stellt sich die Frage, ob Kreativität angeboren ist und ob sie entwickelt und gefördert werden kann. In der Forschung ist Kreativität als eine allgemeine menschliche Befähigung anerkannt, die zu ihrer Ausprägung Kenntnisse, Erfahrungen, Fertigkeiten und die Wechselbeziehung zur Umwelt benötigt. Wir finden kreatives Potenzial in jedem von uns, in allen Altersstufen und Kulturen. Kreativität wird in sehr vielen Bereichen menschlicher Aktivität, sowohl in persönlicher wie auch in sozialer und fachlicher Hinsicht gefordert. Kreative Eigenschaften bilden die Voraussetzungen, um gesellschaftliche Realität zu bewältigen. Kreativität ist ein wichtiges Element für Autonomie und Selbststeuerung und fördert den Aufbau eines positiven Selbstbildes.

Für Schulen bedeutet dies, dass in allen Fächern die Kreativität der Schüler gefördert werden sollte. Die Intention sollte dabei die allseitige Entfaltung einer Persönlichkeit sein, die in sich zufrieden ist, flexibel, kritisch und selbstbewusst auf den Wandel in unserer Gesellschaft reagiert und möglichst auch den Willen zu deren Verbesserung entwickelt. Ein kreativitätsfördernder Unterricht beachtet die Verlaufsstruktur kreativer Denkprozesse und gibt über Fachgrenzen, -methoden und -strukturen hinweg Raum, neue Ideen zu entwickeln.

Als Entstehungszentrum jeder Kreativität gilt das Gehirn, dessen Großhirn aus zwei weitgehend unabhängigen Gehirnhälften besteht, die über einen dicken Nervenstrang (Corpus Callosum) verbunden sind. Beide Gehirnhälften arbeiten unterschiedlich: Der linken Hemisphäre schreibt man logisches, sprachlich-analytisches Denken, der rechten Kreativität, Musikalität und räumliches Vorstellungsvermögen zu. Für ein integrierendes Denken sind der Informationsaustausch zwischen den beiden Hemisphären und damit die Entwicklung des Nervenstrangs erforderlich. Gerade durch den Einsatz der Hände - vor allem auch durch Simultantätigkeiten - werden beide Gehirnhälften stimuliert. Die schulischen Bildungsbereiche Kunst und Textil nehmen daher bezüglich der Kreativitätsförderung einen wichtigen Platz ein, da sie das kreative, ganzheitliche Denken und durch handwerklichkünstlerische händische Tätigkeiten eine Verlinkung bzw. Vernetzung unserer beiden Gehirnhälften fördern. Mit didaktisch sinnvoll eingesetztem Gestaltungsmaterial können gestalterisch-künstlerische Prozesse und kreatives Denken optimal initiiert, begleitet und gefördert werden.

 

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